Wanda Wieczorek über Margit Czenlki's Sala de Arte Publico Siqueiros, im Kunsthaus Dresden (veröffentlicht in glizz.net)
"...Ein weiteres Beispiel für eine solchermaßen komplexe Bearbeitung des Themas ist die Installation Sala de Arte Publico Siqueiros der Hamburger Künstlerin und Filmemacherin Margit Czenki. Im Vorfeld der Ausstellung besuchte die Künstlerin den Sala, das ehemalige Wohnhaus des berühmten mexikanischen Wandmalers und Aktivisten David Alfaro Siqueiros in Mexiko-Stadt. 1969 wurde das Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, war nach dem Tod Siqueiros' 1975 unter der Leitung seiner Ehefrau Angelica Arenal lange Jahre Treffpunkt der lateinamerikanischen Linken und beherbergt heute das Archiv Siqueiros' sowie einen neuen Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst. Drei junge Kuratorinnen arbeiten dort mit dem schwierigen Erbe des widerspenstigen Künstlers und lange Zeit bekennenden Stalinisten, dessen politisch nach wie vor brisante Wandmalereien die mexikanische Verwaltung heute vor der Öffentlichkeit versteckt. In Dresden projiziert Margit Czenki die Arbeitsweise der Kuratorinnen des Sala in die Räume des Kunsthaus: Eine aufwändige Wandmalerei im Stile der von Siqueiros' entwickelten Technik der polyangularen Malerei füllt den gesamten Raum. Entlang der Wände erzählt eine Fülle von Fotos, Bildern, Textdokumenten und Filmmaterial aus dem Leben und Werk des Malers, nähert sich seiner aktiven politischen Identifikation mit dem nachrevolutionären mexikanischen Staat an, folgt ihm in die Inhaftierung durch die Regierung eben dieses Staats, dokumentiert seine ungebremste Schaffenskraft selbst im Gefängnis und die Miteinbeziehungen der "Genossen Mitinhaftierten". Aus dieser Zeit stammende Solidaritätspostkarten von Grundschulen in Dresden, die Czenki im Archiv des Sala fand, stellen überraschend eine Verbindung zwischen dem Maler und der Stadt an der Elbe her. Mit einer einseitigen Konzentration auf die beeindruckende theoretische und widersprüchliche politische Arbeit Siqueiros bricht Czenki durch das Augenmerk auf die innovative Praxis der Kuratorinnen Itala Schmelz, Pilar Villela und Margara Laborde. Das etwa einstündige Video This house has a lot of story veranschaulicht in Interviews, wie sich im Umgang mit der monströsen Ästhetik Siqueiros' neue Perspektiven aus der verdrängten Vergangenheit der politischen Kunst entwickeln lassen. Neben der Archivarbeit öffnen die Frauen das Haus für die zeitgenössische mexikanische Kunst, realisieren Ausstellungen von KünstlerInnen, die mit Siqueiros gearbeitet haben, und führen Symposien über öffentliche und politische Kunst durch. Auf diese Weise fügen sie dem Werk Siqueiros' ihre eigene Geschichte hinzu und aktualisieren seine Arbeit für die heutige Zeit. Dies ereignet sich in Czenkis Installation auch für Dresden, etwa mit der Fotoserie von Siqueiros' Besuch des Mosaiks am Kulturpalast - damals voll Stolz vorgeführt, verbirgt heute ein Baustellen-Netz die dargestellten Figuren auf dem Weg zum Kommunismus nicht unähnlich dem heutigen Umgang Mexikos mit den Werken des ehemals gefeierten Siqueiros. In Czenkis Arbeit wird deutlich, wie Bildwelten des Sozialismus Bedeutungsveränderungen durchlaufen, aber auch, wie ihre Aktualisierung gelingen und der Umgang mit ihnen unter veränderten Gesichtspunkten fruchtbar werden kann. "
kopenhagen.dk on PROHLISINALLERWELT/Souvenirs from Prohlis
"...The glamorous clothing collection by Margit Czenki celebrates in "souvenirs from prohlis throughout the world: comets, potatoes and the beauty of prefab-buildings." the beauty of the prefab-buildings from socialist times of Prohlis, a suburb of Dresden, that is threatened to be destroyed. The project also refers to the possibilities of appropriating a city by fashion and bodies. A worldwide image-campaign is set against the negative campaign on this suburb with photo shootings in Hamburg, Vienna, London, Mexico-City, Singapore as well as in locations in Tuscany and Büsum-North."
Oliver Tolmein über Park Fiction - die Wünsche werden die Wohnung verlassen und auf die Strasse gehen, (aus der taz)
"Obwohl "Park Fiction" den Seh- und Hörgewohnheiten zuwider läuft, haftet ihm aber, und das macht ihn tatsächlich bezaubernd, nichts Angestrengtes und um Avantgarde-Charakter Bemühtes an...."Park Fiction" ist einer der seltenen Filme, die denen gehören, die ihn sehen und hören."
Dietrich Kuhlbrodt über Komplizinnen, Szene Hamburg 5 / 88
"...Ich war ganz erfüllt von den "Komplizinnen"; so intensiv hatte ich im Film den Knast noch nie erlebt, und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ein Werk gesehen zu haben, das für den deutschen Film wieder hoffen lässt, etwas exemplarisches, ein Meisterwerk oder so, mindestens. Aber sie Meisterin zu nennen war mir denn doch zu blöd - an was für Regeln sollte man "Komplizinnen" denn messen; es ging ja gerade um Regelverstösse, um das "trotzdem leben"."